Yaouba

Yaouba, so heißt ein 15-Jähriger Junge, der in Kamerun unschuldig im Gefängnis sitzt.

Er lebte in Yaoundé auf der Straße als ihm eine Stelle als Kuhhirt in Bamenda angeboten wurde. Der Besitzer der Herde hatte Streit mit einem Mann namens Mankaa. Um diesen ins Gefängnis zu bringen behauptete er, Yaouba hätte eine Kuh gestohlen und sie an Mankaa verkauft, da dieser angeblich wusste, dass sie gestohlen war wurden beide verhaftet.
Die Polizisten folterten Yaouba bis er schließlich eine Falschaussage machte, durch die er und Mankaa ins Gefängnis kamen. Als Yaouba nach vier Monaten seine Falschaussage widerrief, wurde Mankaa frei gelassen und der Junge wegen einer Falschaussage vor Gericht zu anderthalb Jahren Gefängnis verurteilt. Wir sprachen mit ihm und erfuhren, dass es ihnen im Gefängnis vergleichsweise gut geht. Sie erhalten sogar Grundschulunterricht und es gibt Workshops, in denen sie Schneidern und andere handwerkliche Berufe lernen können. Das Einzige was er wirklich benötigt ist Nahrung, denn sie erhalten nur eine, sehr kleine, Mahlzeit am Tag.
 Es gibt 35 Minderjährige im Gefängnis, der Jüngste ist dreizehn. Wir haben die Anlage besucht und uns mit allen unterhalten. Eines der Kinder aus dem Haus begleitete mich, da einige der Insassen, so auch Yaouba, nur französisch sprechen. Wir hörten furchtbare Geschichten. Die Meisten wurden wegen Diebstahl verhaftet. Weil sie ihr Schulgeld bezahlen wollten, einfach Hunger hatten oder von älteren Freunden oder auch Verwandten gezwungen wurden.
Natürlich kann man den Wahrheitsgehalt der Aussagen nur erahnen. Uns schockierten vor allem die ungerechten Strafen, acht Jahre für versuchten Diebstahl, und, dass einige der Jungen schon seit über einem Jahr auf ihre Verhandlung warten. Da wir in Yaoubas Fall alle Hintergründe kannten, beschloss "Smile for me e.V." seine Kaution zu bezahlen.
Am 10.März 2016 kommt er frei. Seine Haft wurde um ein halbes Jahr verkürzt. Danach wird er in Good Shepherd leben und wenn er möchte, die Schule besuchen, oder eine Ausbildung machen. Wir stehen immer noch im engen Kontakt mit dem Betreuer der Jungen und werden langfristig sehen, wie wir zusammen mit Sister Jane die sehr jungen Insassen unterstützen können.

Leider ist es mir nicht gestattet Bilder aus dem Gefängnis ins Internet zu stellen.